Veranstaltungen und Treffen

13. Erntedankfeiertage 2024 in Schlesien

Bericht über das Erntedankfest 2024 in Liegnitz und Neudorf

Es war wieder sehr schön!

Die Liegnitzer und Freunde von Liegnitz aus Stadt- und Landkreis sowie Freunde unserer Heimat, fanden sich wieder gemeinsam mit über 50 Personen zum Feiern des Erntedankfestes über das Wochenende vom Sonnabend 05.-06. Oktober 2024 ein.

Dieses Treffen wurde zuvor am Freitag, 04.10. um 20.00 Uhr genutzt, um innerhalb des Vorstandes, mit unserem für die Geschäfte des Vereins Beauftragten, anstehende Fragen, insbesondere zur problematischen Finanzierung zu erörtern. Hierüber wird ausführlich gesondert in der Ausgabe unseres Heimatblattes 01/2025 zu berichten sein, um weiter für Sie alle die Arbeit weiterführen zu können.

So kamen zum einen in der vom Vorstandsmitglied Peter Winkler organisierten Busreise 27 Personen, sowie weitere mit der Bahn oder dem PKW angereiste Teilnehmern an.

Wie geplant konnte die offiziellen Begegnungen im Hotel Gwarna (wörtlich = walisisch geschäftig) in Liegnitz bei Damian Stephaniak stattfinden.

Begrüßt wurden wir bereits an der Rezeption mit zwei Roll-ups über die Stadt bzw. mit Bildern von der Gugali (Garten und Gewerbeausstellung) die 1927 erfolgreich in Liegnitz stattgefunden hat und noch heute seine Ausstrahlung zeigt.

Geholfen, insbesondere wegen der Sprachvermittlung, hatten in der Vorbereitung zuerst Frau Johanna Gurbiel aus Liegnitz, sodann auch während der ganzen Tage Frau Renata Semeniuk aus Strachwitz mit viel Kenntnis und vor allen Dingen Hilfe bei der Übersetzung.

Wie üblich und aus innerem Gefühl heraus, fand sich die Gruppe zu Beginn der festlichen Tage auf dem städtischen Friedhof ein. Hier wurden wir kurz begrüßt, um dann mit dem Niederlegen eines Gesteckes und zwei beschrifteten Schleifen, mit den Stadtfarben gelb/blau, unseren Verstorbenen zu gedenken.

Dieses Denkmal wurde vor langer Zeit von der polnischen Stadtverwaltung mit Hinweisen in beiden Sprachen errichtet, um uns Gelegenheit zu geben, einen Ort zu haben, an dem wir unserer zivil verstorbenen Vorfahren gedenken können, deren Gräber nicht mehr vorhanden sind.

Unser Vorstandsmitglied Monika Hönigschmid sprach für uns alle die gedenkenden Worte und gedachte zusätzlich stellvertretend für alle Verstorbenen unserem, in jüngster Zeit abberufenen bisherigen ersten Vorsitzenden der Bundesgruppe Liegnitz, Klaus Rudolph aus Meschede sowie der Ehefrau des uns allzugut im Gedächtnis bleibenden Jürgen Gretschel, die zugleich Großmutter unseres Damian Stephaniak war.
Kräftig wurden die beiden Lieder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ sowie „ Komm Herr segne uns, dass wir uns nicht trennen“ gesungen.

Mit dem gemeinsam gesprochenen Gebet "Vater unser im Himmel" wurde diese Gedenkfeier bei leicht regnerischem Wetter abgeschlossen.

Um 11.30 Uhr fanden sich die Interessierten im Innenhof des Piastenschlosses ein.

Dieses Schloss war von 1805 bis 1945 Sitz der Regierung für das Gebiet von Niederschlesien und stellt noch immer ein das Stadtbild prägendes Gebäude dar.

Die beiden Türme dieses Schlosses waren dann das ziel unseres Besuches, sowie die frei gelegten Reste, der dort gefundenen Grundmauern der ehemaligen Kapelle, in einem freigelegten Pavillon im Innenhof des Schlosses. Leider nur in englischer Sprache wurden uns entsprechende Erklärungen abgegeben, die aber durch die an Wänden hängenden Bildern mit ergänzenden Worten in deutsch für alle leicht gelesen werden konnten.

Erstes Ziel war dann der Hedwigsturm, um die noch vorhandenen Wandmalereien in der Stube der Heiligen Hedwig zu sehen.

War diese Stube per Teppen noch leicht zu erreichen, stellte sich der Aufstieg zum anderen Turm des Schlosses, dem Petersturm mit seinen 235 Stufen schon als eine Herausforderung dar. Durch entsprechende Unterbrechungen ca. 50 Stufen, gelang es aber allen Teilnehmern, teils durch enge Treppen oder über mit Glas überzogene Stufen, ganz nach oben anzukommen und einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und das Umland zu genießen. Überragend waren natürlich die Dachfläche des Schlosses selbst, aber auch die Türme der Stadtkirchen, wie die der Peter- und Paul, der Liebfrauen- und Johanneskirche im inneren Stadtbereich und sogar der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis- und der Dreifaltigkeitskirche im Stadtteil der Cartause zu sehen.

Durchzogen von dem glänzenden Band der Katzbach zeigten sich die Stadt und der Ziegenteich, aber auch die Wasserfläche des Nordbades ließ sich bequem ausmachen, wie überhaupt die ganze Stadt „unter uns“ zu sehen war mit ihren weiteren prächtigen Gebäuden, wie der Post, dem Bahnhof, den großen Schulgebäuden, dem Stadttheater und den beiden Ringen im Zentrum der Stadt.

Da das Wetter sich aufgeklärt hatte, ließ der Blick auch das im Norden der Stadt liegende Dorf Rüstern erkennen, sowie die Waldfläche um die Siegeshöhe.

Schweren Herzens nahmen wir Abschied aus der Höhe und begaben uns wieder in die "untere" Welt unserer Heimatstadt.

Monika Hönigschmid zeigte uns dann im Hotel Gwarna in der 2. Etage ein paar Bilder aus früheren Begegnungen, insbesondere, die in der ehemaligen Liegnitzer Sammlung Wuppertal stattfanden. So traf man sich seit Bestehen der Patenschaftsübernahme für die vertriebenen Liegnitzer durch die Stadt Wuppertal 1952, alle 2 Jahre in dieser Stadt. Insgesamt waren es bisher 29 Begegnungen in unterschiedlichen Häusern, wie auch in der Stadthalle, besonders aber in unserer „Sammlung“ ursprünglich in den Haspelhäusern in Wuppertal-Elberfeld, später dann im Rathaus Wuppertal-Vohwinkel.

Besucher des Vortrages

Am Nachmittag dann fand ab 16.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus im südlich von Liegnitz liegenden Neudorf unsere Erntedankbegegnung mit der dörflichen Gemeinschaft statt. Neudorf gehört kommunalpolitisch zu Wahlstatt. Die stellvertretende Bürgermeisterin und die Vorsitzende der Kulturgemeinschaft ließen es sich nicht nehmen, uns herzlich zu begrüßen.

Waren wir doch bereits in Neudorf selbst vor ein paar Jahren bereits zu Gast gewesen, so waren unsere Ziele schon 2 x in Wahlstatt selbst, aber auch in anderen Orten des Umkreises.

Trafen wir uns erstmals 2007 in der Heimatstadt unseres früheren 1. Vorsitzenden Dr. Kaske in Parchwitz, folgten dann bisher 13 Treffen u. a. in Arnsdorf-Siegendorf, Bärsdorf-Trach, Rüstern, Kunitz oder im benachbarten ehemaligem Kreis Lüben.

Hier in Neudorf fand jetzt das traditionelle Kartoffelfest statt, was mit einer großen Erntekrone einlud.

Entsprechende Gastgeschenke wurden mit herzlichen Worten ausgetauscht.

Ein Damenchor ließ uns dann schwungvoll und mit unterschiedlichen Liedern, begleitet mit einem Akkordeon, an diesem Fest im äußeren Teil der Anlage teilnehmen, und im Inneren erwarteten uns anschließend ein warmes Essen und Getränke. Der ganze Raum des Hauses war eingedeckt, und es mussten sogar noch ergänzende Stühle aufgestellt werden.

Es fiel dann schwer Abschied zu nehmen. Es dunkelte bereits, und draußen brannte ein kleines Lagerfeuer, an dem wir gerne länger geblieben wären.

So endete dann dieser erste Tag gefühlvoll im Hotel an der Hausbar.

Der Vormittag des Sonntags stand zur freien Verfügung, und so hatte jeder die Möglichkeit, sein eigenes heimatliches Umfeld zu besuchen, entweder mit einer Taxe, oder auch zu Fuß bzw. die Stadt auf „eigene Faust“ zu durchstreifen.

Seitenansicht der Liebfrauenkirche

Um 12.30 Uhr fand der Erntedankgottesdienst in der ältesten noch erhaltenen Kirche, der Liebfrauenkirche statt. Die Liturgie hielten der örtliche evangelische Pfarrer Jerzy Gansel aus Liegnitz und der Kollege Cezary Krolewicz aus dem 90 km entfernt von Liegnitz liegenden Lauban. Die Predigt zum Erntedankfest hielt Pfarrer Krolewicz in deutscher Sprache. Er selbst war früher bereits ca. 10 Jahre im Pfarrdienst dieser Kirchengemeinde und freute sich darüber jetzt, wieder hier mitwirken zu können.
Das Abendmahl wurde durch beide Pfarrer an der mit vielen Erntedankgaben geschmückten hohen Altartreppe ausgegeben.

Der Gottesdienst wurde ergänzt durch den Gesang des Chores der Deutschen-sozial-kulturellen Gesellschaft (DSKG) aus Waldenburg und begleitet vom Spiel der sehr gewaltig klingenden Orgel.

Erfüllt mit Dankbarkeit wurden wir dann in die nahe liegenden Räume der Deutsch-sozial-kulturellen Gesellschaft (DSKG) in der Witelonastr. 8 zu Kaffee, Tee und leckerem Kuchen u. a. von den Damen Rosa Rzepalowska und Leontyna Bodnar eingeladen und dort vom derzeitigen Vorsitzenden der DSKG Damian Stephaniak herzlich begrüßt, der zugleich beruflich Geschäftsführer des Hotels Gwarna ist.

Im Versammlungsraum der Deutschen-Sozial-Kulturellen Gesellschaft (DSKG)

Um 18.00 Uhr hieß es dann im Hotel Gwarna in der 1. Etage im großen Saal an mit Kerzen und Blumen festlich geschmückten runden 10er Tischen zum Abschlussabend zusammen zu treffen.

Dekoriert von den zuvor genannten "Roll ups" und einem vom Schatzmeister Henry Näpelt aufgestellten umfangreichen Büchertisch, begann dieses Essen mit einem Glas Sekt.

Es konnten der neu gewählte Stadtpräsident von Liegnitz Maciej Kupaj und seine Begleiterin Agnieszka Lakomska sowie Pfarrer Gansel als Gäste herzlichst vom Mitglied des Bundesvorstandes Liegnitz Peter Winkler willkommen geheißen werden.

Entsprechende Dankesworte und Geschenke wurden ausgetauscht mit dem ausdrücklichen Wunsch des neuen Stadtpräsidenten auf weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit, zugleich wurde das Angebot gemacht, künftig zu einem Arbeitsgespräch im Rathaus zusammenzutreffen.

Eingeleitet wurde der Abend durch Musikstücke mittels eines Keyboards sowie den schwungvoll dargestellten Volkstänzen der Volkstanzgruppe aus Bunzlau unter der Leitung von Frau Elzbieta Andrusieczko-Tor, wobei letztere auch Verse aus dem Lied „Die Gedanken sind frei“ in deutsch und polnisch gesungen hatten.

Unser ebenfalls bekannter Musiker Wit begleitete uns mit seinem Akkordeon zu den Liedern „Kehr ich einst zur Heimat wieder“ sowie dem Riesengebirgslied “Blaue Berge, grüne Täler“, spielte aber auch den ganzen Abend hintergrundmäßig mit verschiedene Stücke, sodass eine gute Unterhaltung möglich war und Frau Susanne Ackermann aus Hildesheim, gebürtig aus Rüstern, gab Mundartstücke zum Besten.

Ein umfangreiches Abendessen, bestehend aus 2 unterschiedlichen Suppen sowie einem warmen Bufettessen und Kaffee mit Gebäck gehörte natürlich zum Abend.

Müde von den meist heimatlichen Gesprächen und von den Eindrücken ging dann auch dieser Tag mit dem Vorsatz zu Ende, wenn es irgendwie möglich ist, sich auch im nächsten Jahr wieder entsprechend hier zu treffen.

Am Montag begann mit einem guten Frühstück im Hotel und Erblicken einer aufgehenden Morgensonne über der erwachenden Stadt, sogar auch mit Sicht auf die in ca. 60 km Luftlinie entfernt liegenden Schneekoppe, dem höchsten Berg des Riesengebirges, zugleich als krönender Abschluss dieser Festtage.

Sonnenaufgang

Für die Busgruppe von Peter Winkler fand dann am Montag bei herrlichem Wetter, eine Fahrt in das Riesengebirge statt. Schnell über die neue von Swinemünde bis später nach Prag führende Autobahn, gelangten wir an unser erstes Ziel gegen 10.00 Uhr, den Miniaturenpark von Schmiedeberg.

Weit über 40 Modelle im Maßstab 1:25 von Kirchen, Klöstern, Schlösser, Burgen, Landschaften, Bauden aus ganz Niederschlesien, ja sogar der Schneekoppe im Maßstab 1:55 konnten auf einem lieblich hergestellten Außenbereich, aber auch in einer Halle von einem sehr bewanderten Führer erklärt und von uns bewundert werden.

Die Koppe im Modell zu ersteigen, in der Nähe aber die echte Schneekoppe zu sehen, war ein besonderes Erlebnis.

Über Zillerthal-Erdmannsdorf, vorbei an den Tiroler Häusern mit ihren typischen Balkonen und dem Dankesspruch für die Aufnahme durch den preußischen König Friedrich-Wilhelm III. an einem Balkon, ging es nach Krummhübel, als Hauptort unterhalb der Schneekoppe. Hier konnten wir durch die Fußgängerzone schlendern, geschäftiges Treiben wahrnehmen und in die kath. Kirche schauen, um dann mit dem Bus an der Teichmannbaude und der Sesselliftstation vorbei, nach Brückenberg zu kommen. Hier hätten wir gern die Stabkirche Wang besichtigt, mussten uns aber aus Zeitgründen am Fuße dieses Berges mit dem Kauf von Andenken, wie dem Kauf von „Bunzelgeschirr“ aus Bunzlau oder dem aus Holz geschnitzten Rübezahl begnügen.

Damit aber nicht genug, fuhren wir Richtung Seidorf, um dann von der neuen Hotelanlage „Seidorf“ einen herrlichen Blick ins Hirschberger Tal zu genießen, ja sogar die Burgruine Kynast und den großen Stausee von Merzdorf zu sehen. Auf engen Straßen ging es dann talwärts, souverän vom Busfahrer Patrick Sturm der Firma Meuter aus Wunstorf geführt, über Stonsdorf, dem „Geburtsort“ des „Stonsdorfer“ Likörs nach Hirschberg, dem Hauptort und Tor des Riesengebirges.

Hier stiegen wir aus dem Bus und gingen von der Gnadenkirche durch die belebte Fußgängerstraße zum Ring, dem Zentrum der Stadt, um hier mit einer Tasse Kaffee auch diesen Tag im Riesengebirge abzuschließen.

Wiederum voll von Eindrücken kamen wir ermattet in Liegnitz an und genossen die heimatliche Atmosphäre im Hotel mit einem kühlen Getränk.

So endete dann diese Reise glücklich beseelt nach einer langen Busfahrt gegen 19.00 Uhr im Raum Hannover und für bis ins Wendland oder nach Düsseldorf Reisende erst gegen Mitternacht.

Peter Winkler

12. Erntedankfeiertage 2023 in Schlesien

Bericht über die 12. Erntedankfeiertage der Bundesgruppe Liegnitz e. V. vom 28.09. – 02.10.2023 in Schlesien.

Erneut und nun zum wiederholten Male lud die Bundesgruppe Liegnitz mit Verantwortlichen vor Ort zum Treffen anlässlich des Erntedankfestes im Raum Liegnitz ein.

Die Fahrt erfolgte für die meisten Gäste mit einem Bus der Firma Meuter aus Wunstorf - Bokeloh und dem versierten jungen Busfahrer Jan Meuter.

Eingeleitet wurde das Treffen während der Fahrt durch den Leiter der Gruppe und stellvertretenden Bundesvorsitzenden Peter Winkler mit Informationen über Schlesien und über die ehemalige Regierungsbezirksstadt Liegnitz von Niederschlesien.

Die Tage selbst begannen mit einem Vortrag des Vorstandsmitgliedes Monika Hönigschmid aus Görlitz über die Ahnenforschung im ehemaligen Regierungsbezirk Liegnitz im Hotel Gwarna.

Es folgte dann am 29.09. eine Busrundreise ins nahe Liegnitz gelegene Goldberg, durch die Löwenberger Schweiz direkt nach Löwenberg mit Erklärungen und Informationen über diese Städte. Ziel war danach die Stadt Bunzlau, allgemein bekannt durch die Stadt der „Bunzel-Tippel“.

Ring in Bunzlau
Ring in Bunzlau

Neben einer von der Stadtführerin Genoveva Romanska erläuterten Stadtrundfahrt waren wir dann um 12.00 Uhr zur Besichtigung einer Töpferei eingeladen.

In 2 Gruppen wurden wir durch die Hallen geführt, in denen in Handarbeit und mit viel Geschick die bekannten Teller, Vasen, Krüge, Tassen und vieles mehr hergestellt, gewaschen, bemalt und gebrannt werden.

Naturgemäß wurden danach viele Gegenstände vor Ort entweder zum Gebrauch oder als Souvenir erworben. Danach konnte bei herrlichem Sonnenschein die wunderbar restaurierte Innenstadt mit seinem über 9.000 qm großen Ring, dem Rathaus und der kath. Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt ausführlich besichtigt werden.

Zurück in Liegnitz, folgte dann im Königsaal, dem schönsten Raum der Ritterakademie, ein Empfang mit herzlichen Begrüßungsworten durch den Stadtpräsidenten Tadeusz Krzakowski und ein Austausch von Gastgeschenken. Anwesend waren weiter der Museumsdirektor Marcin Makuch sowie unsere städtische Kontaktperson Agnieszka Lakomska.

Anschließend gab es die von allen genutzte Gelegenheit, die in benachbarten Räumen der Ritterakademie gezeigte Bilderausstellung über Theodor Blätterbauer anzusehen. Dieser Maler und Grafiker wurde vor 200 Jahren am 24.12.1823 in Bunzlau geboren, war Zeichenlehrer an der Ritterakademie und verstarb am 30.06.1906 in Liegnitz. Er zählt zu den wichtigsten Landschafts- und Architekturzeichnern Schlesiens zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Am nächsten Tag wurde zuerst der Verstorbenen durch Monika Hönigschmid am zweisprachig gestalteten Denkmal auf dem städtischen Friedhof an der Breslauer Straße  mit einer Kranzniederlegung gedacht.

Gesteck
Gesteck

Anschließend war ein Treffen mit der Gruppe des Vereins „Tiliae“ in Pfaffendorf, das jetzt nach Liegnitz eingemeindet ist. Auf dem alten Friedhof hatte diese vor ein paar Jahren die noch vorhandenen deutschen Grabsteine wieder aufgerichtet und lesbar gemacht. Ferner errichtete sie eine zweisprachige Erinnerungstafel und stellte einen zweisprachigen Hinweisstein auf. Hier galt es, unsere Anerkennung und Unterstützung zu überbringen.

Auf dem Friedhof in Pfaffendorf
Auf dem Friedhof in Pfaffendorf

Um die Bereiche außerhalb des Stadtkerns zu besichtigen, fuhr dann die Gruppe u. a. durch das Villenviertel, zum ehemaligen militärischen Zentrum und anschließend zu den städtischen Anlagen, wie der „Bergerwiese“. Es ist ein Gebiet, versehen mit 60 kleinen und einem großen Springbrunnen. Im Rahmen der „GUGALI“, der schlesischen Garten- und Gewerbeausstellung, wurde diese Anlage 1927 errichtet und hat noch heute Bestand. Ja, jetzt sogar am Abend des Sonnabends sind die Springbrunnen farbig beleuchtet und werden musikalisch untermalt.

Ein weiterer Höhepunkt war der Empfang des Bürgermeisters und seiner Kulturdirektorin der benachbarten Gemeinde Arnsdorf im Dorfgemeinschaftshaus von Siegendorf, die uns zum Essen mit musikalischer Begleitung zweier Künstler einluden.

Der Vormittag des Sonntags war zur alle zwei Jahre notwendigen Mitgliederversammlung im Hotel Gwarna in reserviert. Gemäß den Regularien wurde der Vorstand gewählt, mit Henry Näpelt als neuen Schatzmeister für den verstorbenen Heinz Kudoweh. Ferner wurde über die Arbeit der Bundesgruppe berichtet, so über die Herausgabe des Liegnitzer Heimatblattes sowie der neu vorgesehenen Internetdarstellung.

Anschließend war Gelegenheit, sich die Ausstellung „Das Land erinnert sich“ in der Kunstgalerie am Ring 12, gestaltet vom Schlesischen Museum aus Görlitz anzusehen, oder  auf eigene Faust sich in der Innenstadt umzusehen.

In der ältesten Kirche von Liegnitz, der Liebfrauenkirche, fand dann um 15.00 Uhr der deutschsprachige Erntedankgottesdienst statt. Es wirkte dabei der Chor der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft aus Waldenburg mit. Die Predigt hielt Pfarrer Dlugosz aus Breslau, unter liturgischer Begleitung des Liegnitzer Pfarrers Jerzy Gansel.

Eine festlich mit Erntegaben dekorierte Altartreppe gab den äußerlichen Rahmen zur Einnahme des Abendmahls.

Anschließend waren wir in die nahe der Kirche liegenden Räumlichkeiten der Liegnitzer Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft zu Kaffee und Kuchen und zum Gedankenaustausch eingeladen.

Diese Veranstaltungen endeten dann am Abend im großen Saal des Hotels Gwarna mit einem festlichen Abendessen. Die Volkstanzgruppe aus Bunzlau unter der Leitung von Elzbieta Andrusieczko-Tor erfreute uns mit deutschen und polnischen Volkstänzen und auch das Lied „Die Gedanken sind frei“ erklang. Wie seit Jahren üblich, wurden dann schlesische Heimatlieder gesungen, begleitet von dem Akkordeonspieler Witold Klocek. Frau Susanne Ackermann aus Hildesheim brachte schlesische Mundartstücke zu Gehör.

Tanzgruppe
Tanzgruppe

Die Tage waren angefüllt mit sehr unterschiedlichen Facetten. Die Reiseteilnehmer einte ein fröhliches und interessantes Beisammensein rund um Erntedank in einer für die meisten heimatlichen und doch fernen Umgebung, zusammen mit jetzt hier gern wohnenden Menschen.

Peter Winkler

Liste der Feste und Treffen 2007 bis 2024 zum downloaden

Liste der Feste.pdf